ASP (Afrikanische Schweinepest) in Europa

Brandenburg: ASP bei Wildschwein am 9. September festgestellt; deutscher Schweinemarkt bricht zusammen, Exporte gestoppt, Preisdruck am europäischen Markt.

 

Schweinepest bedroht Wild- und Hausschweine

Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Seit Jahren ist diese Tierseuche in Osteuropa bei Wildschweinen aufgetreten und stand knapp an der Grenze zu Deutschland und Österreich. Dramatische Auswirkungen hatte die ASP in China, wo etwa ein Drittel der Zucht- und Mastschweine eingegangen ist oder gekeult werden musste. Einzelne Fälle in Belgien im Vorjahr konnte sehr gut eingedämmt werden.

Für Schweine tödlich, für Menschen ungefährlich

Für Menschen stellt die Afrikanische Schweinepest keine Gefahr dar, weil das Virus nicht übertragbar ist. Für Haus- und für Wildschweine ist es aber absolut tödlich und es bedroht damit die Schweinehaltung. Das Virus wird entweder von Tier zu Tier übertragen oder durch Fleisch- und Wurstreste infizierter Tiere oder über Werkzeuge und Kleidung. Deshalb stellen besonders Jagdreisen in Länder mit infizierten Wildschweinen ein hohes Risiko dar.

Deutschland: erster Fall am 9. September 2020

Am 09. September 2020 gab es den deutschlandweit ersten ASP-Fall bei einem Wildschweinkadaver in Brandenburg. Es folgten weitere Fälle. Vorkehrungsmaßnahmen wurden getroffen, der Schweinemarkt brach trotzdem ein. Tschechien gilt seit Februar 2019 wieder als frei von ASP. In Belgien und nahe der deutsch-belgischen Grenze gab es in den letzten Jahren Fälle von ASP bei Wildschweinen, Hausschweine waren bisher nicht betroffen. Auch in Polen treten immer wieder Fälle von ASP bei Haus- und Wildschweinen auf. Seit August wird ein massives Auftreten der Krankheit in China und anderen asiatischen Staaten verzeichnet.

Quellen: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) – Tierseuchen (ASP), Friedrich-Löffler-Institut – Tierseuchengeschehen

Dunkle Wolken über dem Schweinemarkt

Laut Österreichischer Schweinebörse herrschten auf dem heimischen Markt bis zum Bekanntwerden des ersten Falls von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland ausgeglichene Verhältnisse. Schlachtgewicht und angebotene Stückzahlen tendierten, dem üblichen Saisonverlauf entsprechend, leicht aufwärts. Die Chinaexporteure sprachen von zufriedenstellenden Geschäftsabschlüssen. Da viele Drittländer Importsperren für deutsches Schweinefleisch verhängt haben, muss dieses nun auf dem europäischen Binnenmarkt platziert werden. Dadurch steigt der Preisdruck auch in Österreich. Die Mastschweine-Notierung sinkt ab dem 17. September um 8 Cent auf EUR 1,50 je kg.

Quelle: Marktbericht der AgrarMarkt Austria für den Bereich Vieh und Fleisch, 37. Ausgabe vom 17. September 2020/4

 

Aktuelles

  • 2020 wird kein Mitgliedsbeitrag eingehoben

    Der Vorstand der landwirtschaftlichen Wildtierhalter in der Steiermark hat auf Antrag von Obmann Franz Münzer beschlossen, dass für das laufende Jahr 2020 ausnahmsweise kein Mitgliedsbeitrag eingehoben wird.

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